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Förderung des Startup-Ökosystems in Kumasi

Projekthintergrund

Starthilfe für Start-ups
Die hohe Jugendarbeitslosigkeit ist ein Handicap für das Wirtschaftswachstum Ghanas. Laut einer Weltbankstudie von 2016 sind de facto 48 Prozent der Ghanaerinnen und Ghanaer zwischen 15 und 24 Jahren als erwerbslos einzustufen. Ghanas Präsident, Nana Addo Dankwa Akufo-Addo, bezeichnet die Jugendarbeitslosigkeit als größtes Risiko für die Stabilität seines Landes und des ganzen afrikanischen Kontinents.

Start-ups schaffen Arbeitsplätze und erleben in Ghana gerade in der Hauptstadtregion einen Boom. Die Gründerszene rund um Accra und der Hafenstadt Tema zieht viel internationale Aufmerksamkeit auf sich und erhält reichlich Fördergelder.

Doch in anderen Regionen Ghanas, zum Beispiel in Kumasi, dem zweitgrößten Ballungszentrum des Landes, fehlt es innovativen Gründern an Unterstützung und Beratung. Dabei sehen sich Start-ups in Ghana vielen Herausforderungen gegenüber: Die digitale Infrastruktur ist begrenzt, E-Commerce, ein typisches Geschäftsfeld für Gründer, ist daher in Ghana kaum verbreitet. Die Finanzierung ist angesichts sehr hoher Kreditzinsen von bis zu 35 Prozent bei kurzen Laufzeiten für viele Gründer nicht zu stemmen. Alternativen wie Crowd Funding existieren in Ghana bisher kaum. Und Business Angels, die sowohl bei der Finanzierung helfen als auch Kontakte beisteuern, interessieren sich häufig nicht für die in Ghana verbreiteten Geschäfte mit kleinen Volumen. Auch sind die Geschäftsideen und Produkte der Start-ups oft nicht genügend ausgereift, um Investoren zu überzeugen.

Immerhin gibt es in Kumasi mittlerweile sieben Start-up-Förderzentren, die Existenzgründerinnen und -gründer beraten. Die Zentren haben zum Teil unterschiedliche Schwerpunkte. Sie kooperieren zwar miteinander, aber es fehlt ihnen die Vernetzung mit Hochschulen, Gründern, Beratungseinrichtungen, Mentoren, Investoren, großen Firmen und der Regierung. Werden die Förderzentren in Kumasi besser eingebunden, haben sie ein hohes Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Zudem könnten sie als Multiplikatoren für das Netzwerk der ghanaischen Innovations- und Start-up-Förderzentren Ghana Tech and Business Hubs Network (TBHNG) dienen und dank besserer Kontakte mehr innovativen Geschäftsgründern in Kumasi zum Erfolg verhelfen.

Ziel des Projekts

Das Start-up-Ökosystem in Kumasi wird gefördert, damit es innovative Geschäftsmodelle und junge Unternehmensgründerinnen und -gründer besser unterstützen kann. Dadurch werden Unternehmensgründungen ermöglicht, die neue Arbeitsplätze und Einkommensquellen schaffen und zur wirtschaftlichen Entwicklung und internationalen Wettbewerbsfähigkeit Ghanas beitragen.

Das Projekt unterstützt auch die Ziele der nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals/SDG), vor allem die Förderung nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung und menschenwürdiger Arbeit für alle.

Projektaktivitäten

Ein intensiver Austausch zwischen den Wirtschaftsregionen Kumasi und Dortmund/Ruhrgebiet bildet die Klammer des Projekts. Beide Regionen wollen durch Innovations- und Startup-Förderung neue Arbeitsmarktpotentiale erschließen. Dabei kann Kumasi von den Erfahrungen Dortmunds bei der Gestaltung des Strukturwandels – von einer industriell geprägten Region hin zu einem modernen Dienstleistungszentrum im Ruhrgebiet – profitieren. Die Partner aus den beiden Regionen werden dabei in die nähere Ausgestaltung des Programms zur Förderung des Startup-Ökosystems in Kumasi mit einbezogen.

Diese Aktivitäten stehen auf der Agenda:

Kick-Off bei Startup Tour NRW mit Besuch beim RuhrSummit 2019
Mit der Startup Tour NRW wurde der Austausch zwischen den Gründerszenen aus Kumasi und Dortmund sowie dem angrenzenden Ruhrgebiet im Oktober 2019 in die Wege geleitet. An der gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund organisierte Tour nahmen 15 Vertreter*innen von sieben Business hubs, Startups und zwei städtische Mitarbeiter der Stadt Kumasi teil. Die Delegation aus Kumasi besuchte Business Hubs, Startup-Förderzentren und Gründer*innen im Ruhrgebiet und nutze die Chance zum Erfahrungsaustausch. Bei einem gemeinsamen Workshop erarbeiteten die Partner aus Ghana und dem Ruhrgebiet Vorschläge für die nähere Ausgestaltung des GIZ-Projekts und entwickelten Perspektiven für gemeinsame Geschäftsideen. Als Highlight fand ein Besuch beim RuhrSummit 2019, der größten Start-up-Konferenz in NRW, statt. Für 1,5 Tage hatte die Gruppe die Chance sich hier über die aktuellen Businesstrends zu informieren, sich mit Experten der Gründerszene bei Workshops, Insight Talks und Deep dives auszutauschen und einer Pitch Competition beizuwohnen. Die Reise nach NRW bot der Delegation aus Ghana auch die Chance zum Austausch mit einer internationalen Gruppe von Start-up-Gründerinnen und -Gründern, die über den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) an der „Start.up! Germany 2019“ Tour teilnahmen.

Pitch Competition beim 6. Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforum
Zehn ausgewählte Start-ups aus Kumasi nahmen im Februar 2020 am 6. Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforum in Dortmund teil. Das Wirtschaftsforum richtete sich in erster Linie an deutsche und nordrhein-westfälische Unternehmen, die sich für Investitionen in und den Handel mit Afrika interessieren. Es bot daher für die Startups die Chance, Kontakte zu potenziellen Geschäftspartnern oder Investoren zu knüpfen. Am Vortag des Forums wurden die Startups aus Kumasi bei einem Pitch Training mit einem abschließenden Wettbewerb auf die Veranstaltung vorbereitet. Die zwei bestplatzierten Startups des Trainingswettbewerbs nahmen beim Pitch afrikanischer Startups auf dem Wirtschaftsforum teil und warben dort um die Gunst des Publikums. Am letzten Tag der Reise fand ein Vernetzungstreffen im Ruhr Hub in Essen sowie Fachbesuche bei Unternehmen mit Startup Programmen statt.

Förderpreise für Start-ups
Im Rahmen des RuhrSummits und des 6. Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforums fanden Pitches von internationalen Start-ups vor deutschen Unternehmen und Investoren statt. Die Geschäftsmodele vieler Start-ups aus Kumasi sind jedoch oftmals noch nicht ausgereift, um internationale Investoren für sich zu gewinnen. Über das Projekt wird daher ein Wettbewerb mit Förderpreisen organisiert, um erfolgsversprechende Start-ups auf anderem Wege zu unterstützen.

Fachaustausch in Ghana
Vertreterinnen und Vertreter von Business Hubs und anderen Start-up-Förderzentren aus Dortmund und dem Ruhrgebiet, die sich für eine Kooperation mit Ghana engagieren, besuchen Kumasi. Dort finden Workshops statt und die deutsche Delegation lernt die Start-up-Fördereinrichtungen in Kumasi sowie einige Start-ups kennen. Der Besuch bietet die Chance, gemeinsame Vorhaben weiter zu entwickeln.

Ausstattung für die Start-up-Förderzentren
Das Projekt unterstützt die Start-up-Förderzentren in Kumasi durch die Ausstattung für ihre Trainingsräume, Co-Working-Spaces und Laboratorien.

Bildergalerie

Projektsteckbrief

Titel: Förderung des Startup-Ökosystems in Kumasi als Beitrag zur Beschäftigungsförderung in Ghana
Laufzeit: Juli 2019 – Februar 2021
Sektor: Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung

Gefördert durch: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Partner und Akteure

  • Kumasi Hive
  • Industrie und Handelskammer zu Dortmund
  • Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund
  • Centrum für Entrepreneurship & Transfer der Technischen Universität Dortmund
  • TechnologieZentrumDortmund
  • Impact Hub Ruhr
  • Ruhr Hub
  • Auslandshandelskammer (AHK) Ghana
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