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Ausstellung

Aluminium für die Welt

Die Herstellung von Aluminium ist extrem energieaufwendig und belastet die Umwelt. Als Abfallprodukt fällt bei der Weiterverarbeitung je Tonne Aluminium die zwei- bis vierfache Menge an hochgiftigem, unverwertbarem Rotschlamm an. Weltweit wird Rotschlamm in teilweise offenen Deponien gelagert. Immer wieder kommt es zu Lecks und Überschwemmungen.

  • Bauxit ist Ausgangsmaterial für die Aluminiumherstellung. Weltweit steigt der Verbrauch um 4% pro Jahr. Den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch hat mit 40 kg pro Einwohner Deutschland. Den größten Anteil hat hier die Automobilindustrie – durchschnittlich stecken in einem PKW 150 kg, Tendenz wg. Leichtbauweise steigend.
  • In Ghana wird Bauxit seit 1940 abgebaut. Dieses wird bislang unverarbeitet exportiert.
  • Neben Gold verfügt Ghana über signifikante Vorkommen von Bauxit (die drittgrößten der Welt) sowie von Mangan. Der Bauxitabbau wird von der Ghana Bauxite Company (GBC) durchgeführt (80% gehören der chinesischen Bosai Minerals Group, 20% dem ghanaischen Staat). Der Abbau konzentriert sich bislang auf die Awaso Mine, die im Tagebau betrieben wird. Aufgrund der geringen Transportkapazitäten der Bahnlinie von der Mine zum 240 km entfernten Verschiffungshafen Takoradi produziert GBC unterhalb der Kapazitätsgrenze.
  • Bauxitproduktion in Ghana 2018 = 1.011.302 t, Rückgang gegenüber 2018 um 31% (BMWi 2019)
  • 14% des von Ghana exportierten Bauxits gingen 2012 nach Deutschland (MISEREOR)
  • Die ghanaischen Regierung hat Abkommen mit der Aluminium Company of America (ALCOA) sowie der Aluminium Company of Canada (ALCAN) geschlossen, um die Machbarkeit einer Weiterverarbeitung des Bauxits im Lande zu Aluminium prüfen zu lassen. Hierzu werden alternativ zwei Standorte untersucht (Shama-Ahanta East Metropolitan Assembly und Tema Municipal Assembly). Dabei wird eine Jahresproduktion von 1,5 bis 2 Millionen Tonnen Aluminium zugrunde gelegt, so dass mit einer Rotschlammmenge von ca. 5 Millionen Tonnen pro Jahr zu rechnen wäre. Voraussetzung hierfür wäre allerdings auch, dass die unzureichende Transportinfrastruktur ausgebaut und Energieversorgung deutlich verbessert werden müssten.
  • Deutschland ist der größte Hersteller von Aluminium in der EU.
  • Aluminiumproduktion hat sich in Deutschland zwischen 1970 und 2015 verdoppelt; 2015 lag der Anteil von Aluminium aus Recycling 15% über dem von Aluminium aus Erz.
  • Fast 50% des Aluminiumverbrauchs entfallen in Deutschland auf den Verkehrssektor (Flugzeug- und Automobilbau), Tendenz steigend.
  • Um eine Tonne metallisches Aluminium herzustellen, werden knapp vier Tonnen Bauxit, Natronlauge, eine halbe Tonne Anodenkohle sowie 50 kg Kryolith (Na3AlF6) benötigt. Außerdem werden ca. 15.000 kWh Strom verbraucht. Dabei fallen drei Tonnen nahezu unverwertbarer Rotschlamm sowie Emissionen an Staub und Fluorwasserstoff an.
  • Für die Aluminiumproduktion muss Bauxit mit Natronlauge bei 200°C  gekocht werden. Als Abfallprodukt fallen pro Tonne Aluminium die doppelte bis vierfache Menge an Rotschlamm  an.
  • Rotschlamm enthält stark ätzende Natronlauge, Eisenoxid, Titanoxid sowie – je nach Zusammensetzung des ursprünglichen Gesteins – eine Vielzahl an Schwermetallen wie Arsen, Chrom oder Quecksilber sowie auch radioaktives Uran und Thorium. Das Problem mit dem toxischen Rotschlamm ist nach wie vor ungelöst. Weltweit wird Rotschlamm in teilweise offenen Deponien gelagert. Immer wieder kommt es zu Lecks und Überschwemmungen, die sich in die Flüsse ergießen.
  • Auch in den deutschen Deponien lagern Rotschlämme aus sechs Jahrzehnten Aluminiumproduktion. Die EU hat eine Regelung erlassen, wonach alle Altdeponien in den kommenden Jahren saniert werden müssen, das heißt der Rotschlamm muss hermetisch von der Umwelt abriegelt werden.
  • Beim Recycling von Aluminium können bis zu 95 % der Energie eingespart werden, die bei Gewinnung aus Bauxit notwendig sind. Allerdings gehen gerade kleinere Aluminiumteile wie Alufolien und Kaffeekapseln mit dem Restmüll über die Abfallverbrennung für den Wertstoffkreislauf verloren.
  • Um aus dem Ausgangsstoff Bauxit ein Kilogramm Aluminium für Kaffeekapseln zu gewinnen, werden zudem mindestens 14 Kilowattstunden elektrische Energie benötigt. Beim aktuellen Strommix werden dabei in Deutschland durchschnittlich 8,4 Kilogramm Kohlendioxid pro Kilo Aluminium freigesetzt.
  • Eine Kapsel hat ein Leergewicht zw. 1 und 1,5 Gramm. Dies entspricht bei einem Verbrauch von inzwischen mehr als 3 Milliarden Kaffeekapseln pro Jahr einem Rohstoffbedarf von zw. 4.000 und 4.500 t Aluminium pro Jahr
  • Zur Gewinnung von etwa einem Kilogramm Aluminium aus Bauxit liegt der Stromverbrauch bei gut 14 Kilowattstunden, allein dafür werden acht Kilogramm Kohlendioxid frei. Alu-Kapseln verbrauchen in der Herstellung sehr viel Energie. Aus einem Kilogramm lassen sich wiederum etwa 1.000 Alukapseln formen.
  • Die Umwelt- und Gesundheitsschäden durch den Bauxitabbau sind ähnlich wie bei anderen Übertagebauten, z.B. bei Gold. Sprengungen beim Abbau und die entstehenden Erschütterungen lassen Gebäude einstürzen und der Staub sorgt vermehrt für Erkrankungen bei den Bewohnern der Umgebung der Mine. Gerade die Bergbaukrankheit Silikose (Quarzstaublunge) tritt sehr häufig auf.

Materialien

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